1. Bargeldverbot

Was ist die Wertaufbewahrungsfunktion von Geld?

Geld ist in unserer Gesellschaft ein allgemein anerkanntes Tausch- und Zahlungsmittel, das unterschiedliche Formen annehmen kann – etwa als Einlage bei einer Bank oder auch als Bargeld. Neben anderen Funktionen hat Geld die wichtige Funktion der Wertaufbewahrung: Die Haltung bzw. das Aufbewahren von Geld bedeutet, dass das Geld nicht als Tauschmittel eingesetzt, also nicht ausgegeben wird. Stattdessen wird die bei einem Verkauf eines Gutes erlangte Kaufkraft durch die Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes gelagert – dies kann unter anderem in Form von Bargeld oder Buchgeld im Sinne einer Einlage bei Banken geschehen.

Was ist eine Zentralbank?

Eine Zentral- oder auch Notenbank ist eine für die Geld- und Währungspolitik eines Währungsraums zuständige, meist unabhängige Institution, die maßgeblich zur Wahrung der Preisniveau- und Geldwertstabilität beitragen soll. Sie drucken Banknoten, bringen diese in Umlauf, halten die Währungsreserve eines Währungsraumes und refinanzieren Geschäftsbanken und den Staat.

Warum sind die Zentralbanken in der aktuellen Wirtschaftskrise so wichtig – und umstritten?

Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) oder die US-amerikanische Zentralbank (Fed) sind im Zuge der jüngsten Wirtschaftskrise immer wieder dadurch aufgefallen, mit einer äußert niedrigen Leitzinspolitik Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des jeweiligen Währungsraums zu nehmen: Durch niedrige Leitzinsen verbilligen sie die Kredite für Geschäftsbanken, die diese eigentlich ebenso günstig an institutionelle und private Kunden weiterreichen sollen. Durch diese Lockerung der Kreditklemme sollen Investitionen steigen und die Konjunktur angekurbelt werden.

Niedrige Leitzinsen haben aber auch negative Auswirkungen auf Sparer, die ihr Geld bei Banken angelegt haben: Sie bekommen weniger Zinsen für ihr angelegtes Geld; ihre Guthaben drohen unter Berücksichtigung der Inflationsrate sogar entwertet zu werden.

Warum ist Bargeld noch praktisch und notwendig?

Bargeld gewährleistet Bürgern nicht nur finanzielle Autonomie und schützt sie vor staatlicher Überwachung und Kontrolle. Die Notwendigkeit von Bargeld und die Gefahren eines bargeldlosen Systems können auch an sehr einfachen Alltagsbeispielen klar gemacht werden:

  • Viele ältere Menschen sind die Barbezahlung gewohnt und können sich nicht schnell und leicht auf elektronische Zahlungsmittel einstellen.
  • Bargeld gewährleistet die visuelle Kontrolle über die eigenen Finanzen. Das ist besonders für Kinder wichtig, die den Umgang mit Geld erlernen sollen.
  • Viele kleinere Zahlungsvorgänge und Schenkungen sind in einer bargeldlosen Welt problematisch und umständlich: Wie sollen Almosen gespendet werden? Wie soll eine Großmutter ihrem Enkelkind eine Freude mit einem kleinen Taschengeld machen?
  • In einer bargeldlosen Welt bestünde die Möglichkeit, Menschen vom wirtschaftlichen und sozialen Leben abzuschneiden, indem die technische Zahlungsmöglichkeit verwehrt werden kann.